Aus Trümmern auferstehen

Neue Führung für neue Ideen

Der „Marienhof“ hält zusammen: Die Bewohner feiern die Eröffnung von Inges neuem Blumenstand.

Der „Marienhof“ hält zusammen: Die Bewohner feiern die Eröffnung von Inges neuem Blumenstand.

Um die sinkenden Quoten aufzufangen, gab es schon Anfang des Jahres einen Führungswechsel bei der Bavaria Film: Mit Simon Müller-Elmau kam ein neuer Produzent, der mit Uwe Petzold auch gleich einen neuen Chefautoren mitbrachte. Ihre Aufgabe: eine Aufpolierung des „Marienhofs“.

Dabei steht Chefautor Uwe Petzold vor zwei Herausforderungen: Er will die ehemaligen Zuschauer zurückgewinnen und dem „Marienhof“ gleichzeitig ein Gesicht verleihen, das ihn von den anderen Daily Soaps unterscheidet. Dafür ist er von Berlin nach München gekommen. Serienerfahrung bringt er reichlich mit: Er war unter anderem führend mit dabei, als „Hinter Gittern“ auf RTL zu einer der erfolgreichsten deutschen Serien im Abendprogramm wurde.

Das Motto: Jeder hilft jedem

„Marienhof“ ist aber weder ein Format, das die Ränder der Gesellschaft ausleuchtet, noch eines, das von großen Spezialeffekten lebt, die Explosion in der Galerie ist da absolut eine Ausnahme. Der „Marienhof“ zeigt das Schicksal mehrerer Nachbarn, jeder hilft jedem. Mag sein, dass der Serie ein kleinbürgerlich spießiges „Lindenstraßen“-Image anhaftet, aber damit hat Petzold kein Problem. Der „Marienhof“ sei eine Großfamilie, sagt er, deren Schicksale dem Zuschauer Zuversicht schenken müssten. „Der Betrachter hat in unsicheren Zeiten ein größeres Bedürfnis nach Harmonie. Trotzdem muss man auch Konflikte erzählen, sonst wird es langweilig.“ Ein Hauch Sozialproblematik sei da ein gutes Rezept. Dafür sei der „Marienhof“ bekannt, und das solle auch so bleiben.

Aber wie kann man das erreichen: einerseits den hohen Wiedererkennungswert zu belassen, andererseits aber eine Grunderneuerung zu versuchen, die mehr Quote bringt? Petzold ist Realist: „Der ,Marienhof’ ist wie McDonalds, da wird auch mit beschränkten Mitteln das Beste herausgeholt, aber keiner würde McDonalds mit einem Fünf-Sterne-Restaurant vergleichen.“

Wenig Zeit für das „Marienhof“-Team

Klar, die Mittel seien beschränkt, aber Uwe Petzold sieht das als Herausforderung. Bei beschränkten Mitteln brauche man ein umso besseres Konzept. Denn nicht nur das Publikum muss überzeugt werden, sondern auch die ARD-Programmdirektoren, die dem neuen Team immerhin ein paar Monate gegeben haben, das fast Unmögliche hinzubekommen.

Ob das Konzept aufgeht? Das kann sich, so Petzold, erst in einem Jahr zeigen. Solange brauche es in der Regel, bis Veränderungen messbar würden. Wenn die Programmdirektoren dem „Marienhof“ überhaupt noch so viel Zeit geben.

(Samira Schellhaaß)

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