Cola-Flaschen im Märchenschloss

Werbung in Computerspielen

Cola im Märchenschloss

Computerspiele kosten bis zu 50 Euro. Werbung könnte die Games billiger machen. Die Hersteller sind begeistert, doch Experten zweifeln.

Sind die Fantasy-Welten bald voll mit Markenwerbung? (Foto: Runes of magic)

Sind die Fantasy-Welten bald voll mit Markenwerbung? (Fotomontage aus Runes of Magic)

Barack Obama zeigt sich auf einem Poster bei einem Autorennen, er steht neben der Eisfläche einer NHL-Arena und in einem Baseball-Stadion: Im Herbst 2008 tobt der US-Wahlkampf, und der Präsidentschaftskandidat zeigt sich bei vielen Sportereignissen. Doch Obama tritt nicht selbst in den Stadien auf, er nutzt die virtuelle Welt als Plattform. Er wirbt in Computerspielen, um junge Wähler zu erreichen.

Spielehersteller hoffen nun darauf, dass andere dem Beispiel folgen. Ihrer Meinung nach sollen Computerspiele zu einem neuen Träger für Werbung werden – ganz wie Fernsehen, Radio oder Zeitschriften. „In-Game-Advertising“, Werbung im Spiel, heißt das Konzept. Die Analysten der US-Bank Citi sehen ein großes Potential in der Spielewerbung: Bis 2014 soll sich der Markt für In-Game-Adertising fast verdoppeln auf etwa 700 Millionen Euro – immer noch ein kleiner Markt. Für Werbung im Internet wird schon jetzt 20 Mal mehr ausgegeben.

Wahlwerbung in der digitalen Welt: Barack Obama in Burnout Paradise

Wahlwerbung in der digitalen Welt: Barack Obama im Rennspiel Burnout Paradise (Foto: Electronic Arts)

Mehr Werbung, billigere Spiele?

Spieler könnten davon profitieren, dass mehr Werbung in die Konsolen kommt – wenn Hersteller ihre Games mit Werbegeldern entwickeln, können sie ihre Spiele billiger verkaufen. Kommen jetzt also bald gesponserte Schwerter und Rüstungen in die Online-Dungeons oder Markenklamotten in die Egoshooter?

Hannes Fischer von der Münchner Beratungsfirma pol48/10 glaubt, dass das noch Zeit braucht: „Bis jetzt trauen sich nur wenige Unternehmen in die digitale Welt.“ Werbung müsse in die Spiele passen. In-Game-Advertising funktioniere zwar bereits auf Banden und Litfasssäulen in Sport- und Rennspielen. Bei anderen Games sei es aber noch ein langer Weg, bis reale Markenartikel in Computerspielen beworben werden, schätzt Fischer.

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