Ist es eine psychische Störung?
Auch Psychologen können moderne Vampire nicht einordnen. Manche sprechen vom Renfield-Syndrom, wenn sich Patienten zum Blutkonsum hingezogen fühlen (nach einer Romanfigur in Bram Stokers „Dracula“). Andere nennen es Fetischismus, weil das Bluttrinken für die meisten Vampire sexuell erregend ist. Wieder andere sagen, dass es sich bei Vampirismus nicht selten um eine Nebenerscheinung der Schizophrenie handelt. Dann nämlich, wenn die Betroffenen glauben, dass das Blut ihnen übermenschliche Kräfte verleiht.
Mark Benecke ist zwar kein Psychologe, doch als deutscher Präsident der „Transylvanian Society Of Dracula“ kennt er die verschiedenen Strömungen in der Szene. „Ich würde es als psychische Besonderheit, nicht als Störung bezeichnen. Wenn jemand allerdings meint, ohne Blut nicht leben zu können, dann hat er eine Zwangsstörung.“
Sie leiden oft unter Depressionen
Merticus von der AVA hat mit anderen Vampiren die Firma Suscitatio (lat.: „Erweckung“) gegründet. Suscitatio befragte rund 950 selbst ernannte Vampire nach ihren Gewohnheiten, ihrem Selbstverständnis, nach ihrer psychischen und physischen Gesundheit. 17 Prozent gaben an, bluttrinkende Vampire zu sein, 31 Prozent tanken ausschließlich psychische Energie, 52 Prozent bezeichnen sich als Hybriden, tanken also beides. Viele leiden oder litten unter Depressionen, Migräne, Anämie und Asthma. Fast drei Viertel der Befragten halten ihre fünf Sinne für schärfer als die von Nicht-Vampiren.
Es gibt Menschen, für die Vampir-Sein ein Lebensstil ist: Sie verkleiden sich wie die Blutsauger im Film, machen bei Rollenspielen mit. Viele von ihnen sind in der Gothik-Szene. Den sanguinen und den Psi-Vampiren ist es wichtig, mit diesen Rollenspiel-Vampiren nicht verwechselt zu werden. Bei der Suscitatio-Studie kam auch heraus, das sich nur etwa ein Drittel der echten Vampire als Gothics bezeichnen.
Vampire sind auf dem Vormarsch
Der Soziologe Joseph Laycock hat im Mai ein Buch veröffentlicht, für das er eng mit Merticus von der AVA zusammen gearbeitet hat. In „Vampires Today: The Truth About Modern Vampires“ (Vampire heute: die Wahrheit über moderne Vampire) vergleicht Laycock die Vampir-Subkultur mit der frühen Schwulen- und Lesbenbewegung. Der Unterschied: Ein Vampir habe kein „Coming Out“, sondern ein „Awakening“ (Erwachen).
Die Studien von Laycock und Suscitatio weisen darauf hin, dass immer mehr Vampire „erwachen“. Der Erfolg von Stephenie Meyers „Twilight“-Serie scheint Laycock recht zu geben – die Subkultur der echten Vampire wächst und beginnt, sich mit der Pop-Kultur zu vermischen. Sogar MTV zeigt schon Interesse. „Sie haben mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, eine Show über moderne Vampire zu moderieren“, sagt Laycock. Benecke kommentiert den Trend ganz unberührt: „Ewige Liebe, ewige Leidenschaft, tiefste – auch körperliche – Verbundenheit: Das gefällt nicht nur den Mädchen, die die Hauptzielgruppe von „Twilight“ sind, oder?“
Pages: 1 2






Naja entweder gibt es sie oder nicht. Menschen die sich für Vampire halten sind wohl eher merkwürdig als interessant. Und noch was, wer läuft schon mit seinen Gesundheitpapieren rum, das dann ein “Vampir” kommt um bei seinem Opfer den Durst stillen zu können *lach*. Echten Vampiren ist es gleich zumal haben sie eben gewisse Instinke denen sie vertrauen und auch danach handeln. Doch sich als Vamipr auszugeben ist eben mehr als merkwürdig, es ist seltsam.
Vielleicht gibt es es echt Vampire völlig aus schließen kann man es nicht. Doch sich als Vampir zu verkleiden, an Helloween ist das ok.