75 000 Menschen haben sich bei Charlie Sheen auf ein Praktikum als Social Media Manager beworben. Was sie wissen sollten: Es wird das härteste Praktikum ihres Lebens.
Kann ein Mensch, der seiner Ex-Frau droht, sie umzubringen, regelmäßig Kokain zu sich nimmt und in Hotelzimmern Sexpartys feiert, ein guter Chef sein? Diese Frage wird ein junger Mensch in den USA bald beantworten können. Denn heute, am 11.3., entscheidet das “TeamSheen”, wer ein Praktikum bei Charly Sheen machen darf, dem aktuell skandalösesten der Hollywoodstars.
Und eins steht fest: Wer auch immer es sein wird, trägt Tigerblut in seinem oder ihrem Körper. Das ist nämlich in der Anzeige auf der amerikanischen Praktikanten-Plattform internships.com gefordert. Tigerblut und die Fähigkeit, besser planen zu können, als jeder andere – außerdem eiserner Siegeswille.
Ann-Christine, Lehramts-Referendarin, wundert sich:
Eigenschaften also, die gerade Herr Sheen nicht auf sich vereinigen dürfte. Erst kürzlich wurde er mit einem Leistenbruch in ein Krankenhaus in Los Angeles eingeliefert. Den hat er sich angeblich bei einer wilden Sex-Party in einem Hotel zugezogen, zu der fünf Porno-Darstellerinnen eingeladen gewesen sein sollen. Um die Sache in Gang zu bringen, soll er Kokain unter seine Gäste gebracht haben und auch sich selbst daran bedient haben. Hört sich das nach einem guten Plan an, wenn zwei kleine Kinder zu Hause hat?
Oder dann die Geschichte mit seiner Ex-Frau Brooke Mueller. Ihr drohte er, sie umzubringen. Im Allgemeinen schon kein guter Plan, aber schon gar nicht in der Lage, in der sich Charly Sheen befunden hat. Erstens hatte sie nun erst Recht keine Lust mehr, sich mit ihm zu versöhnen, zweitens verlor er darauf hin auch noch das Sorgerecht für seine beiden einjährigen Zwillinge. Sein jüngster schlechter Plan: Er fordert von Warner Brothers, der Produktionsfirma der Serie „Two and a half men“, 100 Millionen Dollar, nachdem man ihn dort aufgrund seines Verhaltens rausgeworfen hat.
Nun, eins muss man Sheen wohl zugestehen. Eisernen Siegeswillen hat er. Am 1. März eröffnete er ein Konto auf Twitter, 25 Stunden und 17 Minuten später unterhielt er bereits eine Million Follower mit seinen Tweets. Das ist Weltrekord – Charlie Sheen steht damit jetzt im „Guinness Buch der Rekorde”. Genau das scheint ihn nun aber zu überfordern, weshalb er einen Social Media-Praktikanten sucht. Die Stelle möchte er mit einem „hart arbeitenden“ Menschen besetzen. Er oder sie soll außerdem „einfallsreich”, “kreativ” und “in sozialen Medien erfahren” sein – außerdem “Eigenmotivation” mitbringen.
Lisa, Studentin der Slavischen Philologie, bringt eine weitere Kompetenz mit:
Die Aufgabe bestünde darin, die „Fanbase“ im Netz, die sich Herr Sheen mit seinem Twitter-Account aufgebaut hat, mit aufregenden Online-Projekten zu vergrößern. Der Job ist bezahlt, über die Höhe wurde keine Angaben gemacht. Die eigentliche Belohung, so sieht es jedenfalls “TeamSheen”, ist sowieso die enge Zusammenarbeit mit Herrn Charly Sheen. Nun, das ist aber eigentlich der Haken an der Sache.
Niemand, der hart arbeitet, motiviert ist und gut planen kann, will Hand in Hand mit diesem gefühlt 13-jährigen Punk im Körper eines gefühlt 70-Jährigen zusammenarbeiten, mit dieser Mensch gewordenen Dschungelprüfung ein Büro teilen. Nein, Charly Sheen wird kein guter Chef sein. Und das sollte irgendjemand auch ganz schnell den 75 000 Menschen mitteilen, die sich laut Klatschseite “tmz.com” bereits auf die Stelle beworben haben.







