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Schräge Mode

Schräge Mode: Warum lieben alle plötzlich wieder lila Tops? (Foto: twoforfashion/flickr)

Rüschen-Tops, Schlabberhosen, Hüllen-Look – die Mode beschert uns immer neue Trends. Woher sie kommen? Modedesignerin Dagmar Alsen, 47, hat es uns verraten.

Unklartext: Frau Alsen, was ist zur Zeit der entscheidende Trend in der Mode?
Dagmar Alsen: Neu ist, dass es nicht viel Neues gibt. Von den Catwalks kommt nichts Revolutionäres mehr. Trends entwickeln sich gerade nur sehr langsam.

Warum?
Die Leute haben Lust auf gute Verarbeitung und wollen Kleidung haben, die länger hält. Dafür geben sie auch gerne mehr Geld aus. Diese Entschleunigung ist auch ein Gesellschaftstrend. Gerade wegen der Schnelllebigkeit unserer Zeit haben die Leute Lust auf Beschaulichkeit.

Wie äußert sich das in der Mode?
Die Kunden wollen zum Beispiel Farben haben, die sich kombinieren lassen. Früher war es oft so, dass im Sommer apfelgrün modern war und im Winter lila. Das passte dann nicht mehr zusammen und das gibt es heute nicht mehr. Die Leute wollen nicht mehr alle sechs Monate ihren Kleiderschrank komplett ändern. Das Verbraucherverhalten hat sich total verändert. Sie wollen vielleicht mal ein neues Teil, aber ihre Lieblingsjacke auch in ein paar Jahren noch tragen können.

“Viele Trends kommen aus Japan”

Wie erfahren Sie von solchen gesellschaftlichen Strömungen?
Wir haben verschiedene Möglichkeiten. Zum einen gibt es ein paar sehr wichtige Messen über Mode, Schuhe, Accessoires, Lifestyle und Berichte darüber. Wir fragen aber auch in Trendbüros nach, schauen uns Fotos von der Straße genauso an wie die Looks auf dem Catwalk. Dann sehen wir, was davon zusammen passt, welche Trends wir nachvollziehen können und was zu uns als Modehaus passt.

Wo finden Sie die Fotos von der Straßenmode?
Es gibt im Internet verschiedene Fashion-Portale und Blogs wie “the sartorialist”, “polyvore” oder “stylerookie”. Teilweise sind da ganze Schaufenster abfotografiert oder eben Leute in Trendstädten wie Paris, Mailand, New York oder Stockholm. So wissen wir, was auf der ganzen Welt passiert. Vor allem japanische Jugendliche haben schon viele Trends gesetzt.

Gibt es ein Land, an dem sich Deutschland speziell orientiert?
Wir sind eigentlich von ganz Europa geprägt. Die Strickmesse in Mailand ist sehr wichtig. Dort kommen neue Stricktrends, Garne und Formen der Verarbeitung her. In Trendforen werden Farben diskutiert. Neue Stofftrends kommen hauptsächlich von der Messe “Premier Vision” in Paris und der Münchner Messe “Fabricstart”.

Wer entscheidet denn dann genau, welche Farben wir im nächsten Winter unbedingt tragen müssen?
In Deutschland gibt das Deutsche Mode Institut in Köln und Berlin Richtlinien raus, daran orientieren wir uns. Vom Institut gehen immer zwei Fachleute zum Beispiel auf die Farbmesse “Intercolor”. Dort treffen sich jedes Jahr 13 geladene Farbexperten, alle aus verschiedenen Ländern, und stimmen sich ab. Die haben ihre Infos entweder von Trendscouts oder gucken sich an, wie die Leute in Trendstädten auf der Straße angezogen sind. Das Deutsche Mode Institut veröffentlicht dann zwei Mal im Jahr einen Trendvortrag mit den Ergebnissen.

Welche Frabtrends auf uns zu kommen: Lesen Sie mehr auf Seite 2

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