Kickern boomt wieder. Unklartext besuchte Münchens Spitzenspieler in ihrer Trainingshalle – und ließ sie ihre besten Tricks auspacken. Plus: interaktive Deutschlandkarte der Bundesliga.
Falk-Rüdiger Friedl ist Spieler, Trainer und Platzwart in einem. Vor jedem Spiel putzt er das grüne Spielfeld mit einem Lappen – dann zieht er einen blütenweißen Handschuh über seine rechte Hand und zwei rote Latexschläuche über seine Dirigentenstäbe. Friedl ist heute Herr über die blaue Mannschaft: elf Männer mit Schnauzbart und Schiebermütze, die für immer im 2-5-3-System aufgestellt sind. Das Team ist aus Plastik, im Fachjargon heißen die kleinen Figuren mit den zusammengewachsenen Beinen Puppen. Friedls Ziel: Den Ball mit einem satten “Klonk!” im Kasten des Gegners unterzubringen.
Für Kneipensportler: Der Pin-shot
Der Ball wird mit der mittleren Puppe der Sturmreihe gestoppt, zur Seite gezogen und sofort abgefeuert. Wird in diversen Kombinationen (kurz/lang, links/rechts) eingesetzt.
Der Puppendirigent
Falk-Rüdiger Friedl ist kein Puppenspieler, er ist ein Puppendirigent. Er spielt ein Spiel, das aus der Kneipe stammt. Doch der Tischfussball hat sich gewandelt: vom bierseligen, in Zigarettenhauch gehüllten Nachtvergnügen zum Wettkampfsport. Die Zahl der Turniere und der Spieler steigt seit fünf Jahren konstant – in fast allen deutschen Landesverbänden. Seit 2002 gibt einen internationalen Verband, die International Table Soccer Federation (ITSF). Die ITSF vereint mittlerweile 60 nationale Tischfussballverbände unter einem Dach.
Die Münchner Zentrale der Kickerprofis sieht von außen aus wie eine Fabrikhalle, von innen wie ein Spielparadies für Erwachsene. Das Paradies liegt im Westen, in Martinsried: „Happy Billard“ steht in blau leuchtenden Lettern über dem Eingang. In zwei Räumen, jeder so groß wie ein Tennisplatz, trainieren Billard-, Dart- und Tischfussballspieler nebeneinander.
„Hier tragen wir unsere Heimspiele aus“, sagt Friedl, „an diesem Tisch hier muss ich gewinnen.“ Er streichelt über den Turniertisch der Marke Lehmacher. Er kickert seit 20 Jahren. Heute trägt er ein enges weißes Trikot mit blauen Rauten, dazu Jeans und einen weißen Handschuh. Spielkleidung, die Arbeitskluft seines Landesligateams „Münchens Kickersucht“.
Sechs Münchner Teams sind in den Ligen des Deutschen Tischfussball-Bundes (DFTB) vertreten: Eines spielt in der Bundesliga (wie in der untenstehenden Bundesliga-Landschaft zu sehen), drei in der Landesliga, der höchsten Spielklasse Bayerns, und zwei weitere in der Bezirksliga. Jede Mannschaft tritt mit einem Kader von etwa zehn Spielern zu den Turnieren an – Männer und Frauen.
Für Turnierspieler: Der Jet bzw. Snake
Wird wie der Pin-Shot meist mit dem Mittelstürmer durchgeführt. Die Stange wird mittels Handballen oder Unterarm angerissen, über die Handfläche abgerollt und sofort wieder gestoppt. Diese Technik nennt sich “Affenklammer”.
Bogenschuss und Lupfer: Lesen Sie weiter auf Seite 2!
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Happy Billard:
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