
Mit einem Macho wie Profi-Wrestler Randy Savage im Haus sind die Rollen klar verteilt (Foto: goodrob13/flickr)
Achselshirt, Flaum auf der Brust und Bauarbeiter-Gebaren. Es gibt sie noch, die Männer, die breitbeinig durch die Gegend stolzieren und Frauen mit grobem Charme und Schweiß betören: echte Machos. Doch was braucht die Frau von heute?
Deutsche Männer sind keine richtigen Männer. Ein richtiger Mann weiß, was er will und wie er es bekommt. Er ist stark, selbstsicher, ein Beschützer. Er trägt die Frauen auf Händen und er verehrt sie. Er weiß, wie und wo er eine Frau anfassen muss, er ist der beste Küsser der Welt. Ein Macho. Sagt Sonja, die seit sieben Jahren mit einem waschechten Latino zusammen ist. Vorher hatte sie auch mal deutsche Freunde, Softies, wie sie jetzt sagt. Seitdem sie ihren Macho liebt, hält sie nichts mehr von Emanzipation. „Der Mann muss einfach sagen, wo es langgeht, wozu gibt es die Männer denn sonst?“ fragt sie. Letztes Jahr hat sie geheiratet. Und aus der toughen ist eine brave Frau geworden.
Frauen stehen auf Machos – immer noch
Machos wehren sich gegen die Metrosexualität, lieben Traditionen und vertreten alte Werte. Sie sind sich ihrer Männlichkeit bewusst, sie sind echte Kerle, sie dominieren im Bett. Eine Studie der New Mexico State University hat herausgefunden, dass rücksichtslose und egoistische Männer bei Frauen immer noch angesagt sind: Sie haben weitaus mehr Affären und One-Night-Stands als die netten Jungs von nebenan. Viele Frauen schätzen den Pascha also immer noch: „Wer sich in einer eher konservativen weiblichen und angepassten Rolle wohl fühlt, ist an der Seite eines Machos gut aufgehoben“, sagt Psychologin Lisa Fischbach von der Partnervermittlung elitepartner.de.
Die Rollen sind klar verteilt
Sonja weiß, wie es sich mit einem Macho zu Hause lebt: Nach guter Macho-Manier repariert der Mann alles im Haus, die Frau putzt. Er kümmert sich um die wichtigen Dinge, bespricht die Philosophien der Welt mit seinen Kumpels, trinkt Whiskey, erfindet die Welt neu – sie kocht. Er fährt das Auto – sie schwingt das Bügeleisen. Die Fronten sind geklärt, die Rollen verteilt. „Wir müssen nicht mehr über so viel diskutieren, die Energie sparen wir uns“, sagt Sonja. Sie schmiert ihm die Brote, organisiert seine Flüge, kümmert sich um den Papierkram.
Und er… Ja, was macht er eigentlich? Er lässt sie fühlen, dass sie eine Frau ist. Der typische Latino-Mann weiß, was Frauen wollen und brauchen. Er trägt ihre Tasche (wenn sie schwer ist), bestimmt, weiß, was das Beste ist – für sie und für ihn. Doch manchmal ist das Rollen-Glück nicht ganz so groß. Sonja muss jeden Tag kochen, er schleppt aber nur einmal die Woche die Einkäufe in die Wohnung.
Möchtegern-Macho auf dem Abstellgleis
Aber der Macho-Mann kann auch anders. Manchmal verehrt er zu viele Frauen auf einmal, hat Recht, obwohl er im Unrecht ist. Ist faul, selbstverliebt und lässt sich bedienen. Von ihr, der Frau, denn die steht unter ihm in der Testosteron-Kette. Er hat die Muskeln – er hat das Sagen. Und deshalb kommandiert er und lässt sie arbeiten. Die kleinen Sachen darf, nein – muss sie erledigen. Ganz schön unsexy. Ein solcher Möchtegern-Macho kommt heutzutage nicht mehr weit. Er landet allenfalls auf dem Abstellgleis, vor der Tür oder alleine auf der einsamen Insel. Ohne Frau.
Ein bisschen Mann, ein bisschen Maus
Denn die will heutzutage einen richtigen Mann: Gepflegt, aber nicht geschleimt. Einen Mann, der sie im Kampf beschützt, ihr aber nie weh tun würde. Einen, der weiß, was er will, und doch ihre Meinung respektiert – im Büro genauso wie im Bett. Der richtige Mann lässt sich nicht von Testosteron überzeugen, sondern von Argumenten. Er kann Nägel in die Wand hauen und ein Drei-Gänge-Menü kochen. Er weiß, woher die Bügelfalten in seiner Hose kommen. Er tanzt gerne, hievt die Waschmaschine in den vierten Stock und kann sie auch bedienen. Er quetscht sich auf den Beifahrersitz, wenn er zu viel getrunken hat. Er ist ehrlich, lustig, voller Humor und Temperament. Auf jeden Fall aber ist er der beste Küsser der Welt. Ein richtiger Mann: ein bisschen Macho, ein bisschen Weichei. Eine gute Mischung eben. Mann und Maus. Und ganz ehrlich, gilt das Ganze auch für eine richtige Frau.
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