Kapitel 3: Mais tötet Bienen und Schmetterlinge
| Inhalt |
| 1: Mais verbraucht Ackerland |
| 2: Mais verdrängt Vögel |
| 3: Mais tötet Bienen und Schmetterlinge |
| 4: Mais vermehrt Wildschweine |
| 5: Mais sorgt für teuren Strom |
| 6: Mais macht das Bier teurer |

Bienen müssen sich andere Blüten suchen, weil Blumenwiesen vom Mais verdrängt werden. (Foto: Bastian Greshake/flickr.com)
„Der Maisanbau nimmt den Bienen die Lebensgrundlage“, sagt Ferdinand Drexler. Er ist Imker und Vorsitzender des Landesvereins Bayerischer Imker. In seiner Heimat rund um das oberbayerische Haag verschwinden immer mehr Wiesen, „Blühflächen“, wie Drexler sie nennt. „Es geht nicht nur um Bienen – es geht um viel mehr“, sagt er. Hummeln, Schmetterlinge und Wildbienen finden keine geeignete Nahrung mehr oder sie gehen an Pestiziden zu Grunde, die beim Maisanbau eingesetzt werden. Durch eine Ausnahmeregelung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit konnte im letzten Frühjahr das Nervengift Chlothianidin in Bayern eingesetzt werden. Mit diesem Beizmittel wird das Mais-Saatgut behandelt, es soll gegen Schädlinge wie den Maiswurzelbohrer und den Drahtwurm helfen. Durch eine wässrige Absonderung der Maispflanzen, das sogenannte Guttationswasser, können aber Bienen und andere Insekten mit diesem Gift in Berührung kommen. Schuld an dem Drahtwurmbefall aber wiederum ist nach Angaben des Bund Naturschutz die Umwandlung von Wiesen in Maisäcker.
Eigentlich sind Bienen gar nicht an den Maispflanzen interessiert, da Maispollen eigentlich vom Wind transportiert wird und er nicht ausreichend Nährstoffe für die Bienen enthält. Doch spätestens wenn im Sommer die Rapsfelder abgeerntet und die wenigen Wiesen abgemäht sind, wird es eng für die Insekten. Aktuelle Untersuchungen aus der Schweiz zeigen, dass Maispollen in unserer Kulturlandschaft inzwischen der meistgesammelte Pollen für die Bienen ist. Ferdinand Drexler schimpft nicht, sondern sucht immer wieder nach Erklärungen für den Wandel in der Landwirtschaft. „Nicht nur die Imker, auch die Landwirte stehen mit dem Rücken zur Wand“, sagt er. Gerade erst wurde überraschend vom Freistaat das Blühwiesenprogramm gestoppt, durch das viele Landwirte einen Zuschuss erhielten, wenn sie Teile ihrer Äcker in Blühwiesen umwandelten.
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