Robespierre – der Lehrer, der rockt

Foto: Thomas Klinger

Nach Schulschluss rockt Franz Mang mit seiner Band – entweder auf der Bühne oder in seinem eigenen Tonstudio im Keller

Morgens begrüßen ihn seine Schüler mit „Guten Morgen, Herr Mang“. Nach Schulschluss verwandelt sich der 60-Jährige in eine Art Ozzy Osborne. Dann heißt Mang „Robespierre“ und ist der schräge Kopf einer vierköpfigen Rockband, die in barocker Klamotte auftritt.

 

Bei der Bühnenshow mit Eisbär und brennenden Fackeln zeigt Robespierre eine ganze Palette einstudierter Grimassen: Augen aufreißen, dann mal nur eins, die Zunge kreisen lassen –  dabei fliegen seine Hände über die Saiten einer seiner 30 Gitarren und die Haare durch die Luft. So viel Action gibt’s in der Schule nicht.

 

Mang unterrichtet seit 30 Jahren Physik, Chemie und Biologie an einer Münchner Schule. Damit er genug Zeit für seine Musik hat, arbeitet er nur an drei Tagen die Woche. Einige seiner Schüler verdienen sich ihr Taschengeld, indem sie sich bei Konzerten um das Equipment kümmern. Fabrice Rococo le Musquetaire, der Leadgitarrist, hatte zu seiner Schulzeit noch Mathe bei Mang. Damals quatschten sie lieber über Musik als über Zahlen – zum Ärger mancher Mitschüler. Ein Lehrer, der rockt? „Man muss halt immer mal was im Leben verändern. Dann bist du dir dein eigener Robespierre“, sagt Mang.

 

Text und Slideshow: Silke Keul