Sieger nach Freunden

 

Es klingt wie ein Witz: Studenten der Universität der Künste in Berlin haben sich ein Facebook ausgedacht, das ohne Strom, Internet und Computer auskommt

 

 

 

Daniel Hirsch hat das Spiel gemeinsam mit seinen Kommilitoninnen Jennifer Brauer, Anja Brysch, Claudia Nichterlein, Eva Ringk und Linda Standthart entwickelt.

 

Ihr habt euch ein analoges Facebook für den Tisch ausgedacht…

Ja, als Brettspiel. Das ganze spielt auf dem Schulhof. Dort passiert alles, was auf Facebook auch passiert: Man findet und verliert Freunde, es gibt verschiedene Cliquen, Gerüchte werden gestreut, jeder ist um sein Image besorgt.

 

Und wer gewinnt?

Derjenige, der die meisten Freunde sammelt. Es gibt Studien aus den USA, die sagen: Je mehr Freunde im sozialen Netzwerk, desto höher ist der soziale Status.

 

Ist das auf dem Pausenhof auch so?

Wenn ich an meine eigene Schulzeit zurückdenke, hatten da die coolsten Leute immer die meisten Freunde. Und die Außenseiter bleiben unter sich – wenn sie sich überhaupt zusammenfinden.

 

Daniel Hirsch hat mit seinen Mit-Studenten an der Universität der Künste ein Facebook-Profil entworfen, das man auf den Tisch stellen kann

Gibt es bei dem Spiel auch Coole und Außenseiter?

Ja, denn wir wollten ein ganzes Kommunikationssystem imitieren. Man kann sich immer wieder neu verbünden.

 

Wie geht das?

Über geheime Nachrichten, die man schreibt. Die können aber auch an der Pinnwand veröffentlicht werden, um jemanden bloßzustellen. Manchmal muss man auch sein vorteilhaftes Profilbild gegen ein hässliches austauschen – und verliert sofort Freunde.

 

Klingt  brutal…

Ja, aber diese Brutalität ist ein wesentliches Element bei fast jedem Spiel. Auch „Mensch ärgere dich nicht“ baut darauf auf, dass man fies zueinander ist.

 

 

 

 

 

Interview und Fotos: Steffen Jan Seibel

 

Was passiert, wenn man 24 Stunden nonstop auf Facebook verbringt? Steffen hat einen Selbstversuch gewagt.
Und einen Test haben wir auch noch für euch: Hier erfährst du, welcher Facebook-Typ du bist.