Prälat Karlheinz Summerer erzählt gerne von den Olympischen Spielen 1972 – schließlich war er live dabei. Für ihn war es furchtbar, dass die “heiteren” Spiele durch das Attentat unterbrochen wurden. Seht und hört seine Erinnerungen an 1972.  

“Mit meinem Rollator bin ich viel schneller”, sagt der mittlerweile 78-jährige Prälat Karlheinz Summerer, der 1972 das religiöse Zentrum im Olympiadorf koordinierte zusammen mit 30 anderen Pfarrern. Summerer erlebte alles live mit: den Beginn der Spiele, die heitere Stimmung unter den Sportlern im Olympischen Dorf, aber auch das Attentat und die Trauerfeier. Summerer ist selbst sportbegeistert – liebt Fußball und Tennis. Er erinnert sich noch gut, wie er früher in Schwabing mit den Jungs kickte. So kam es, dass er 1972 Olympiapfarrer wurde.

Prälat Karlheinz Summerer hält eine Messe in der Olympiakirche 1972.

Auch nach 1972 ließ ihn Olympia nicht los. Er begleitete die Sportler zu mehreren Olympischen Winterspielen. Dort unterstützte er die Spieler. Bei den Olympischen Spielen in Innsbruck erinnert er sich, besuchte er einen Sportler im Krankenhaus, der verletzt war. Als sie zusammen die Spiele schauten sagte der Sportler: “Das da vorne wäre eigentlich mein Platz gewesen”. Wichtig bei dieser Arbeit sei es wie man die Sportler anspricht und den richtigen Moment dafür zu finden.

Hört (mit einem Klick aufs Bild) was Prälat Karlheinz Summerer mit der Sportseelsorge bewirken möchte.

Der ehemalige Olympiapfarrer Prälat Karlheinz Summerer. (Foto: Franziska Broich)

Von der Geiselnahme erfuhr er über die Nachrichten und war geschockt.

 

 

 

 

Er war zutiefst enttäuscht, dass die “heiteren” Spiele in München durch das Attentat unterbrochen wurden. Er war damals unsicher, ob es gut sei, die Spiele fortzuführen.

 

 

 

 

Die Trauerfeier bereitete Prälat Summerer zusammen mit vier anderen Priestern vor. “Ich weiß noch, dass sehr viele Sportler und auch Servicekräfte zur Trauerfeier kamen”, erzählt der 78-Jährige. Die Olympischen Spiele haben Summerers Leben geprägt. Bis 1999 leitete er die katholische Pfarrgemeinde in der Olympiakirche. Noch immer wohnt er im Olympischen Dorf und dreht dort täglich mit seinem Rollator eine Runde.